auf langen skiern

in den keller steigen, im halbdunkel ski und stöcke unter den arm klemmen, in steifen langlaufschuhen an den bahnhof stolpern. eine stunde lang ‚gen jura tuckern. und dann ist man da: le pré-petitjean. zug fahren macht hungrig, die tageszeit stimmt und das schöne gasthaus liegt gleich beim bahnhof – «le plat du jour, s’il vous plaît».

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später heisst es dann ski anschnallen und losstöckeln. die piste ist so so la la, aber die motivation verleiht flügel. rhythmische bewegung in klirrender kälte, mit eiskristallen behangene juratannen – das tut gut, einfach nur gut.

ankunft in le noirmont. es schneit und die unterführung am bahnhof ist hässlich. das dorf aber pittoresk und unser nachtlager heisst «hôtel du soleil». pizza essen in der rauchverhangenen dorfbeiz – im jura dürfen sie noch rauchen. die pizza schmeckt trotzdem, der wein auch.

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am nächsten morgen wieder eintauchen, auf ins frische weiss! vorher noch rasch in der pharmacie vorbeischauen und ein dickes pflaster auf die blase an der ferse kleben.

die pisten sind frisch gespurt, menschenleer und vom himmel blendet die sonne. ein bilderbuchtag. sanfte hügel, ruhiger atem und den alltag weglaufen. ganz weit weg. langlaufen im jura ist medizin für körper und geist.

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